Platz am Heugässchen, Nürnberg

Neugestaltung nach der Stockholm-Methode

Aufgrund der hohen Bodenversiegelung, starken Bodenverdichtung, dem meist minderwertiger Auffüllboden und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel, der Staunässe/ Trockenheit und dem fehlendem Bodenleben, um nur ein paar Faktoren zu nennen, sind die meisten Stadtbäume in den Großstädten krank. 

Am Heugäßchen war der Zustand ebenfalls bedenklich. Das Niederschlagswasser der Stellplätze wurde über Straßeneinläufe ungenutzt in das öffentliche Abwassernetz abgeführt und die Bäume standen in engen und verdichteten Pflanzflächen, so dass sie mehr oder weniger regelmäßig gewässert werden mussten. Schon nach 20 bis 40 Jahren Standzeit waren an den Bäumen Degenerationssymptome und zahlreiche Rückschnittmaßnahmen sichtbar.

In Stockholm hat man dagegen Maßnahmen entwickelt, die wir nun auch auf dem Platz am Heugäßchen angewandt haben, die sogenannte „Stockholm-Methode“. D.h. Hier wird die Gefällerichtung der Stellplätze wird gedreht. Durch das auf Lücke gesetzte Anfahrbord wird das Niederschlagswasser in die modellierte Pflanzfläche geleitet und bewässert somit die neuen Straßenbäume. Der mittels Skeletterde ausgebildete Wurzelraum bleibt langfristig strukturstabil und nimmt dadurch zuverlässig Niederschlag auf. Ergebnis: die Bäume bleiben langfristig gesund, erhöhen die Lebensqualität der Anwohner und das so genutzte Regenwasser belastet nicht länger das Kanalsystem.

Fakten:

  • Auftraggeber: SÖR
  • Leistungsbilder:
    §39 Freianlagen Lph. 1-9
    §47 Verkehrsanlagen
  • Planungszeitraum: 2017-2019
  • Gesamtbetrag: rd. 150.000 Euro

GSP-Leistungen:

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