Kongresshalle, Nürnberg, Ausbau für kulturelle Nutzungen
Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände ist ein zentraler Informations- und Erinnerungsort in Nürnberg. Im Zuge der Weiterentwicklung des Standortes werden auch die umgebenden Freianlagen neu geordnet, erschlossen und qualifiziert.
Mit der Transformation der Kongresshalle zu einem vielfältigen Kulturort verändern sich auch die Anforderungen an ihre Freianlagen. Neben dem Dokumentationszentrum und den Nürnberger Symphonikern werden künftig eine Spielstätte des Staatstheaters Nürnberg sowie Verwaltungs-, Produktions-, Präsentations- und Begegnungsräume für die freie Kunst- und Kulturszene das Areal beleben. Damit rücken insbesondere die Erschließung, Orientierung und barrierefreie Zugänglichkeit der unterschiedlichen Nutzungen in den Mittelpunkt der Freiraumplanung.
Ziel dabei ist es, die historische Bedeutung des Ortes mit den funktionalen Anforderungen der neuen Nutzungen sowie mit heutigen Ansprüchen an Sicherheit, Orientierung und Aufenthaltsqualität zu verbinden. Die Gestaltung der Außenanlagen bleibt dabei bewusst zurückhaltend, damit die Wirkung der Kongresshalle und die geschichtliche Dimension des Geländes weiterhin im Vordergrund stehen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Wegebeziehungen und der barrierefreien Erschließung. Neue Rampen- und Treppenanlagen, angepasste Höhenniveaus sowie klar geführte Wege sollen zentrale Bereiche des Geländes besser miteinander verknüpfen und für alle Besucher zugänglich machen. Gleichzeitig wird der motorisierte Individualverkehr in sensiblen Bereichen reduziert und der ruhende Verkehr neu geordnet, um sichere und übersichtliche Ankunfts- und Aufenthaltsbereiche zu schaffen.
Auch der große Innenhof der Kongresshalle wird in die freiraumplanerische Entwicklung einbezogen. Bestehende historische Strukturen werden erhalten, stärker sichtbar gemacht und teilweise in die Nutzung integriert. Auf zusätzliche Möblierung wird weitgehend verzichtet, um den Charakter des Ortes nicht zu überlagern. Ergänzende Baumpflanzungen schaffen schattige Bereiche und verbessern das Mikroklima.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung. Im Sinne des Schwammstadtprinzips soll Niederschlagswasser möglichst vor Ort zurückgehalten und versickert werden. Ergänzend kommen robuste, wartungsarme Materialien und klimaangepasste Pflanzungen zum Einsatz.
So entsteht ein Freiraumkonzept, das historische Sensibilität, neue kulturelle Nutzungen, Barrierefreiheit und Klimaanpassung miteinander verbindet und die Kongresshalle als Erinnerungs-, Bildungs- und Kulturort langfristig stärkt.
FAKTEN:
- Auftraggeber: Stadt Nürnberg
- Leistungsbilder: Leistungsphasen 1-3, Baumbestandsplan
- Bearbeitungszeitraum:
Oktober 2023 – September 2026 - Fläche: ca. 8,5 ha Grundstück, davon ca. 3,6 ha Gebäude à fast 5 ha Freianlagen
GSP-Leistungen:
Fürther Straße 27
90429 Nürnberg
E: info@grosser-seeger.de




